Das Wirtshaus im Spessart

Eines der berühmtesten Gasthäuser ist das Wirtshaus im Spessart, das durch die Novelle von Wilhelm Hauff bekannt wurde. Dieser verwendete das Gasthaus als Kulisse für sein 1826 geschriebenes Werk. Wie viele andere Stücke der Zeit wird auch hier die Räuberromantik beschrieben, im Mittelpunkt steht die Gesellenwanderung des Goldschmieds Felix.

Felix kehrt eines Tages in einem Wirtshaus im Spessart ein. Die Gegend ist für Raubüberfälle berüchtigt. Deshalb versuchen der Geselle und seine Freunde, gar nicht erst ins Bett zu gehen, sondern Wache zu halten. Bald kommen noch eine Gräfin und ein Jäger ins Gasthaus. Während die Adlige auf ihr Zimmer geht, gesellt sich der Jäger zu der Gruppe um Felix. Um Mitternacht erscheinen dann die Räuber, die es aber auf die Gräfin abgesehen haben. Es entwickelt sich eine unterhaltsame Räuberposse, die es auch ins Kino geschafft hatte. Adolf Wenter verfilmte den Stoff als Erster im Jahr 1923. Bekannter wurde aber der Film „Das Wirtshaus im Spessart“, der von Kurt Hoffmann gedreht wurde. Die Hauptrolle hatte Liselotte Pulver, die damit überaus erfolgreich wurde.

Vorlage in Mespelbrunn

Das Wirtshaus selbst ist eine Erfindung, allerdings wird angenommen, dass das Gasthaus Alte Post in Mespelbrunn-Hessenthal Vorlage gewesen ist. Wilhelm Hauff, soviel ist bekannt, wohnte hier wohl auf seiner Reise von Nördlingen nach Frankfurt. Es gibt viele Hinweise, dass er hier 1826 eingekehrt ist. Beispielsweise war hier auch die Poststation, an der die Pferde gewechselt wurden. Auch passt die Bauart auf die Beschreibung Hauffs, der das Wirtshaus als langes Gebäude darstellte. Die Innenaufnahmen des Films mit Liselotte Pulver wurden vor allem im Studio gedreht. Allerdings war das Filmteam auch in Rohrbrunn nahe bei Aschaffenburg unterwegs. Lange Zeit wurde angenommen, dass ein hier befindliches Gasthaus die Vorlage gewesen sei. Recherchen hatten aber ergeben, dass zu der Zeit, in der Hauff seine Geschichte geschrieben hatte, die Poststation längst aufgegeben worden war.

Dennoch hatte es ein Gasthaus nicht davon abgehalten, sich seit etwa 1930 als Wirtshaus im Spessart zu bezeichnen. Das auch, weil der Hauff-Roman so erfolgreich war. Viele Gasthäuser in der Gegend führen heute noch den Begriff des Wirtshauses im Spessart als Teil der Beschreibung. Das ist vor allem im Zeitalter des Internets immer wichtiger geworden, um Kunden zu bekommen. Allerdings wird man heute keine Räuber mehr fürchten müssen.

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