Geschichte der Gasthäuser

Die Geschichte der Gasthäuser geht in Deutschland bis ins späte Mittelalter zurück. Sie waren Beherbergungsbetriebe, die sowohl Restaurant als auch Hotel waren. In fast jedem Dorf gab es früher ein Gasthaus, in dem Reisende absteigen konnten. Auf dem Land war auch der Begriff Gasthof üblich, weil man die Gäste in Zimmern auf dem eigenen Bauernhof unterbrachte.

In einer Zeit, in der das Reisen noch weitgehend mit Pferden und Kutschen erfolgte, konnte innerhalb eines Tages nur eine bestimmte Strecke zurückgelegt werden, die Tagesetappe. Weil die Pferde – und oft auch die Reisenden – sich erholen mussten, brauchte es ein Netz von Unterbringungsmöglichkeiten. Herbergen waren die ersten Häuser, die Gäste aufnahmen, allerdings war der Standard sehr einfach, meist nur ein Holzbett und eine Strohmatratze. Angeschlossen war auch ein Unterstand für die Pferde.

Gasthaus seit 1658

Als Reisen durch den Handel bedingt populärer wurde, entwickelten sich die etwas besser ausgestatteten Gasthäuser. Vor allem entlang der Handelsrouten, wie der Reichsstraße vom Bodensee über Köln bis nach Norddeutschland, gab es immer bessere Einrichtungen. Das älteste noch bestehende Gasthaus zumindest in Europa ist die Gaststätte Röhrl in Eilsbrunn bei Regensburg, die seit 1658 als Familienbetrieb geführt wird.

Heute wird rechtlich ein Unterschied zwischen den Gaststätten und den Gasthäusern oder -höfen gemacht, wenn eine Beherbergung angeboten wird. Ist das der Fall, müssen andere Auflagen erfüllt werden als für einen reinen Restaurantbetrieb. Eine Gaststätte, die keinen Alkohol ausschenkt, braucht übrigens keine Genehmigung und nicht einmal die sonst vorgeschriebenen Toiletten.

Heute sind Gasthäuser auch mit einfachen Einzel- und Doppelzimmern ausgestattet. Es ist immer noch üblich, dass sich die Gäste auf einem Stockwerk Bad und Toilette teilen. Oft gibt es aber heute schon Fernseher in den Zimmern und meistens auch WLAN. Auch heute noch wagen einige Mutige den Schritt und eröffnen ein Gasthaus oder übernehmen bestehende Einrichtungen. So wurde der ehemalige Gasthof zur Post jetzt als Pilgrim Landcafé und Gasthaus in Remblinghausen wiedereröffnet.

Das Charakteristische des Gasthauses ist, dass es fast ausschließlich als Familienbetrieb geführt wird. Oftmals hatte man im eigenen Haus einfach Platz gemacht, einen Schankraum geschaffen und ein oder zwei Zimmer hergerichtet. Später entstanden größere Gebäude, in denen der Gastraum auch noch durch einen Extraraum für Feierlichkeiten erweitert wurde. Die Zahl der Zimmer wurde erweitert, geht aber selten über fünfzehn hinaus. Es ist gerade im ländlichen Bereich noch heute üblich, dass die gesamte Familie oder zumindest Teile mithelfen. Oftmals stehen jene Familienmitglieder, die tagsüber arbeiten, dann am Abend noch hinter der Theke oder übernehmen am Wochenende die Rezeption.

Kunden der Gasthäuser sind heute meistens Reisende, die in der Gegend Urlaub machen und zum Beispiel auf einer Wandertour eine Übernachtungsmöglichkeit suchen. Sie bieten aber auch Gästen ein Obdach, die zum Beispiel zu Familienfeiern im Dorf anreisen. Manchmal suchen auch Geschäftsreisende eine günstige Übernachtungsmöglichkeit.

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