Gasthaus und Poststation

Die meisten alten Gasthäuser wurden in Poststationen eröffnet. Deswegen finden sich auch häufig noch Namen wie „Gasthaus Zur Post“, „Zur Alten Post“ oder „Posthof“. Die Poststationen waren so etwas wie heute die Hauptbahnhöfe. Sie wurden entlang der Hauptreiserouten eröffnet und hatten mehrere Funktionen. Die ersten Stationen gab es 1490, sie waren als so genannte Relaisstationen eröffnet worden, in denen die Post an die nächsten Reiter weitergegeben wurde. Das schuf ein recht effizientes Postvertriebsnetz über ganz Mittel- und Südeuropa. Maßgeblichen Anteil hatte die Reichspost, die von der Adelsfamilie Thurn und Taxis betrieben wurde. Sie hatte ihre Zentrale erst in Brüssel, später dann aber in Regensburg und war bis 1806 Reichspostmeister.

Posthöfe hatten Ställe

An den Poststationen ruhten sich aber auch die Reiter und die Pferde aus. Als zunehmend Postkutschen eingesetzt wurden, die auch Passagiere mitnahmen, kamen noch Beherbergungsangebote hinzu. Die Poststation wurde erst zur Gaststätte, später dann auch zu einem Gasthaus. Die Bezeichnung Posthof erinnert noch daran, dass es bisweilen auch die Einheimischen waren, die einen Teil ihres Hofes zur Verfügung stellten und dann Reisenden Obdach gaben und diese bewirteten. Die Gebäude dieser Posthöfe waren meist hufeisenförmig um einen Hof gebaut wurden.

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